Warum sie so wichtig ist

Viele wissenschaftliche Studien belegen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Ernährungsweise und Karies.
1937 befasste sich eine wissenschaftliche Untersuchung mit der Zahnkaries bei Kindern aus dem Gomser Tal im Kanton Wallis. Lange Zeit war dieses Tal schwer zugänglich und dadurch auf sich selbst gestellt. Die Lebensbedingungen waren kärglich und die Nahrungsmittel knapp. Die Kinder hatten kaum Karies. Mit der Eröffnung einer Passstrasse und der Erschliessung durch eine Eisenbahn, veränderten sich die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten der Talbewohner. In zunehmendem Masse fanden industrielle Nahrungserzeugnisse, insbesondere Mehl und Zucker Einzug. Diese neue Lebenssituation bewirkte eine schnelle und grosse Zunahme der Zahnkaries bei Kindern.

Kohlenhydrate (z.B. Zucker) und die im Mund eines jeden Menschen befindlichen Bakterien bilden Säure. Diese wirkt direkt auf die Zahnoberfläche ein und zerstört im Laufe der Zeit die Schmelzoberfläche des Zahnes. Es entstehen kariöse Defekte, die umgangssprachlich als „Löcher“ bezeichnet werden.

In der folgenden Auflistung erhalten Sie eine Übersicht darüber, wie viel Gramm Zucker in 100 Gramm verschiedener Lebensmittel enthalten sind:

Bisquits 50g Bananen 18g
Butterkeks 20-26g Äpfel 10-16g
Schokolade 46-62g Erdbeeren 3-7g
Bonbons 90g Orangensaft 7-11g
Marzipan 49g Birnen 8-9g
Eiscreme 21g Honig 62-85g

Die Kariogenität, d.h. das kariesbegünstigende Potential von Lebensmitteln, hängt von verschiedenen Voraussetzungen ab. Leicht zu verstoffwechselnde Kohlenhydrate sind Hauptverursacher von Karies. Hierzu gehören vor allem Zucker und Erzeugnisse aus hellem Mehl. Dabei haben klebrige Nahrungsmittel ein grösseres Schädigungspotential. Die Kariesbildung wird begünstigt durch eine lange Verweildauer (klebrige Zubereitungsform) im Mund und häufigem Verzehr derartiger Lebensmittel.

Bei industriell gefertigten Lebensmitteln werden für Zucker bei den Zutaten häufig wissenschaftliche Bezeichnungen verwendet, wie z.B.:

Dextrose Traubenzucker
Farin mit Sirup braun gefärbter, feiner, mehlartiger Zucker
Fructose, Lävulose Fruchtzucker
Glucose Traubenzucker
Glucosesirup Traubenzuckersirup
Invertzucker Gemisch aus gleichen Teilen Glucose und Fructose
Lactose Milchzucker (Säugetier- und Muttermilch)
Maltose Malzzucker
Maltodextrose Malz- und Traubenzucker
Saccharose Haushaltszucker, Rübenzucker, Rohrzucker

Diese aufgeführten Kohlenhydrate haben eine süssende Wirkung und werden daher gerne in Süsswaren eingesetzt.

Unsere Empfehlungen

  • stark zuckerhaltige und klebrige Lebensmittel sollten möglichst selten und wenn, dann nur zu den Hauptmahlzeiten verzehrt werden
  • auf zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten (auch Getränke) sollte in der Regel verzichtet werden
  • geben Sie Ihrem Kind eher frische Früchte und Milch oder Wasser